
Die komplette Systemdienstleistungs-?Landschaft im Blick
Systemdienstleistungen sorgen für einen zuverlässigen Netzbetrieb. Eine Roadmap zeigt nun, wann in diesem Feld mit welchem Forschungsbedarf zu rechnen ist. Johannes Umbach von TenneT stellt die Ergebnisse vor.
Johannes Umbach von TenneT ist einer der Autoren der Systemdienstleistungs-Studie. Hier spricht er über die Ergebnisse aus Sicht eines Übertragungsnetzbetreibers, zielgerichtete Weiterentwicklungen der Systemdienstleistungen (SDL) sowie die gemeinsame Arbeit an der Studie.
Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Ergebnisse der Forschungsroadmap?
In der Vergangenheit haben sich die Forschungsbedarfe meist auf spezielle Ausprägungen einzelner Systemdienstleistungen konzentriert. Die hier vorliegende Roadmap versucht, ein Narrativ für die künftige Weiterentwicklung der SDL-Landschaft zu entwickeln. Insbesondere wollten wir deren zeitliche Abfolge einschätzen. Dadurch ist eine langfristige Ausrichtung zur Weiterentwicklung der Systemdienstleistungen und auch eine zukünftige Lagebestimmung der Entwicklungen möglich. Das schafft die Grundlage, um gegebenenfalls Neujustierungen und eine Weiterentwicklung vorzunehmen.
Was bedeuten diese Erkenntnisse für die Industrie?
Für eine zielgerichtete Entwicklung der Systemdienstleistungen ist es wichtig, die Vielzahl der an der Elektrizitätsversorgung beteiligten Stakeholder einzubinden. Nur so ist eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende möglich. Bei der Roadmap wird ein Grundgerüst der noch zu behandelnden Themen im Bereich der SDL aufgezeigt. An diesen kann die Entwicklung bei der Industrie gespiegelt werden. Somit können zukünftig notwendige Entwicklungen antizipiert werden.
Wie geht es nun weiter?
Nach der Vorstellung der Roadmap geht es im Grunde mit der Abarbeitung der verschiedenen identifizierten Punkte durch die Forschungsinstitutionen gemeinsam mit Partnern aus der Industrie weiter. Ein wichtiger Punkt hierbei ist, dass auch stets die möglichen Lösungsoptionen der Problematik geprüft werden, durch Anpassungen am bestehenden Anlagenpark. So kann eine volkswirtschaftlich effiziente Lösung vorangetrieben werden. Da aufgrund der vorhandenen Unsicherheiten der Zielkorridor der SDL-Roadmap breiter wird, sollten wir zukünftig in regelmäßigen Abständen eine Standortbestimmung durchführen und prüfen, ob der durch die Roadmap vorgezeichnete sowie der eingeschlagene Weg noch zur gewünschten Lösung führen.
Zur Person:
Johannes Umbach ist Group Coordinator Communication Concepts in der Systemführung bei der TenneT TSO GmbH. Er begleitete über viele Jahre die Weiterentwicklungen bei Systemdienstleistungen insbesondere der Frequenzhaltung.
Das Interview führte Stephanie Epler, Wissenschaftsjournalistin beim Projektträger Jülich.
Roadmap Systemdienstleistungen [PDF, 1.94 MB, nicht barrierefrei]